29.05.2024

Komplexität und Lernkurve beim Übergang zu BIM

VON: friedrich howanietz

Erklärung des Problems

Veränderte Arbeitsweise und Architektur: 

Die Umstellung von 2D-CAD auf 3D-BIM erfordert eine völlig neue Herangehensweise. Bisher hat man mit 2D-Plänen gearbeitet, die jeder sofort verstehen kann. Jetzt sollen wir uns auf komplexe 3D-Modelle umstellen, die weit über einfache Zeichnungen hinausgehen. Das bedeutet, dass wir uns nicht nur mit der neuen Software vergrößern müssen, sondern auch unsere Kapazitäten ändern. Es geht nicht mehr nur darum, Linien zu zeichnen, sondern darum, ein digitales Abbild des gesamten Bauwerks zu erstellen. Das ist eine enorme Umstellung, die viele von uns überfordert und die Akzeptanz erschwert​ (Architosh) ​​(Distritobim) ​.

Fehlende Schulungen und Erfahrungen: 

Wir stehen vor der Herausforderung, dass viele unserer Mitarbeiter keine ausreichende Schulung in der Nutzung von BIM-Tools wie Revit haben. Ohne diese Schulungen sind die Mitarbeiter nicht in der Lage, die neuen Werkzeuge effizient zu nutzen. Fehler und ineffiziente Arbeitsweisen sind die Folge. Das führt zu Frustration und Widerstand innerhalb des Teams. Die Einarbeitungszeit ist lang und kostet wertvolle Ressourcen​ (Newforma) ​.

Hohe Anfangsinvestitionen: 

Die Einführung von BIM ist teuer. Wir müssen in teure Software, umfangreiche Schulungen und möglicherweise neue Hardware investieren. Diese Kosten erschrecken vieles, vor allem, wenn der unmittelbare Nutzen nicht offensichtlich ist. Viele Unternehmen zögern, diese hohen Anfangskosten zu tragen, ohne zu wissen, wann sich diese Investition auszahlen wird​ (Architosh) ​​(Distrito BIM Distritobim) ​.

Lösungsansatz: Effektive Einführung von BIM

1. Zuerst Umgebung schaffen:

Wenn wir es nicht schaffen, uns freie Zeit zu schaffen, wo wir uns auf die Bedürfnisse des Büros konzentrieren können, wird BIM zum Drama. 

Für viele ist aber gerade mit der Sicht auf diese neue Technologie die Möglichkeit gegeben, sich von den komplizierten Arbeitsabläufen zu verabschieden.

2. Schrittweise Einführung: 

Anstatt alles auf einmal umzustellen, wird BIM schrittweise eingeführt. Beginnen Sie mit Pilotprojekten, um erste Erfahrungen zu sammeln und Best Practices zu entwickeln. Dies reduziert das Risiko und ermöglicht es dem Team, sich langsam an die neuen Arbeitsweisen zu gewöhnen.

Sie erinnern sich, das Unternehmen ist ein funktionierendes System. Und jede Einführung eines neuen Systems darf nur unter kontrollierten Bedingungen passieren.

3. Schulungen auf einem Gradienten:

Um das zu machen, erstellen wir immer eine Qualifikationsmatrix. Ohne die weiss niemand, wo er anfangen soll und wie die Richtung zu halten ist.

Ohne das Investieren sie sonst in umfassende Schulungsprogramme für alle Mitarbeiter  und am Ende weiß, niemand immer noch nicht wie  man die neuen Werkzeuge verwendet und wie diese in die bestehenden Arbeitsabläufe integriert werden können. 

4. Neue Anpassung der Arbeitsabläufe: 

Für viele ist das Problem , dass schon in gängiger Praxis die Arbeitsabläufe nicht richtig funktionieren. Die Dinge funktionieren aber meistens “zu Fuß” mit einem hohen Maß an persönlichen Anschieben.

Daher gilt die Regel: Workflows müssen klar und bekannt sein, mit BIM wird man sie nicht entwickeln. 

5. Langfristige Perspektive: 

Betrachten Sie BIM als langfristige Investition. Aber denken Sie nicht, dass Sie das jetzt einfach mal so starten und es wird sich dann schon ergeben. Die Vorteile von BIM, wie verbesserte Zusammenarbeit, genauere Daten und effizientere Projektabwicklung, zeigen sich oft erst nach einiger Zeit. 

Fazit

Der Übergang von 2D-CAD zu 3D-BIM ist eine sportliche Herausforderung. Aber das Leben ist ein Spiel und wir alle lieben doch die Herausforderung, oder? 

Also warum dann nicht mit guter Laune an die Sache rangehen?

Links sind Dokumente und technische Datenblätter, in der Mitte sind Dimensionen und Produktgeometriezeichnungen, und rechts ist ein 3D-BIM-Objekt dargestellt

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