31.05.2024

2030 Die Zukunft des Fachplaners in einer von Korruption und Gier bestimmten Baubranche?

VON: friedrich howanietz

Aqua Consulting Blog, BIM Friedrich Howanietz

Wird man im Rückblick des Jahres 2030 eine Geschichte erzählen, die sich anfühlt wie ein Fiebertraum, in dem die Realität zu einer schattenhaften Erinnerung verblasst, weil sie als Auftakt für noch größeren Wahnsinn gilt? Es ist die Geschichte des Aufstiegs und Falls der Signa Holding, die größte Pleite, die die österreichische Wirtschaft je erlebt hat, und doch wirkt sie wie ein apokalyptisches Märchen aus einer längst vergangenen Ära. 

Der Beginn

Im Jahr 2000 begann alles mit der Gründung eines Unternehmens durch einen Mann namens Reneé Benko, einen Unternehmer aus einem Arbeiterviertel in Innsbruck. Im Jahr 2006, als das Unternehmen zu Signa umbenannt wurde, begann eine unaufhaltsame Expansion, die die Grenzen der Wirklichkeit zu sprengen schien. Innerhalb von zwei Jahrzehnten wuchs Signa zu einem kolossalen Immobilien- und Handelskonzern, der 53 direkte und hunderte mittelbare Geschäftsbeteiligungen umfasste. Es war ein Imperium, erbaut auf den Träumen von Macht und Reichtum.

Die KDW Group mit ihren Warenhäusern in Berlin, Oberpollinger in München und Alsterhaus in Hamburg, Teil der Signa Premium Sparte, schien wie eine Festung des Luxus in einer Welt, die zunehmend in Finsternis versank. Als die Schweizer Warenhauskette Globus im Frühjahr 2020 und später die Selfridges Group, eine der weltweit führenden Luxuswarenhausketten, dazu kamen, schien Signas Griff nach den Sternen unaufhaltsam.

Doch hinter der glänzenden Fassade dieser Prachtbauten verbarg sich eine düstere Wahrheit. Die Signa RFR US Selection AG, bekannt für den Kauf des Chrysler Gebäudes in New York, und die Signa Luxury Hotels, darunter das Chalet N in Lech am Arlberg, das Wiener Luxushotel Park Hyatt Vienna, das Villa Eden Luxury Resort am Gardasee und das exklusive Hotel Bauer Palazzo im Herzen Venedigs, waren nur Kulissen in einem Theater der Täuschung.

Die Galeria Karstadt Kaufhof, mit ihren 243 Standorten und rund 32.000 Mitarbeitern, die bedeutendste Warenhauskette Deutschlands und die zweitgrößte in Europa, wurde zum Symbol des unaufhaltsamen Niedergangs. Die Signa Media, mit Beteiligungen an der Funke Mediengruppe und 50% Anteilen an der Kronenzeitung und am Kurier, spiegelte die dunklen Verflechtungen zwischen Medien und Macht wider.

Korruption und Bilanzfälschungen

Der Aufstieg Benkos, einst als Triumph eines Selfmade-Mannes gefeiert, entpuppte sich als ein Labyrinth aus Korruption und Bilanzfälschungen. Sein Aufstieg war geprägt von der Zerstörung tausender Arbeitsplätze und einer rücksichtslosen Ausnutzung der Gesetze, die den Ultrareichen zugute kamen. Die gierigen Investoren, die sich von seinem schillernden Netzwerk und kompromisslosen Methoden blenden ließen, wurden zu Komplizen in einem Spiel, dessen Regeln nur Benko kannte. Für uns als umsichtige Unternehmer Fachplaner, die für jeden Euro Rede und Antwort stehen müssen, ist so eine Geschäftsgebarung völlig unvorstellbar und trotzdem sind wir davon betroffen.

Geldpolitik der Zentralbanken

Die ultra-lockere Geldpolitik der Zentralbanken trug zur Bildung einer gigantischen Immobilienblase bei, die 2022 platzte und Benkos Imperium in den Abgrund riss. Die Zinsen schnellten in die Höhe, die Kreditaufnahme wurde erschwert, und das, was einst unerschütterlich schien, zerfiel zu Staub.

Die politischen Verstrickungen, insbesondere die Beteiligung des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers Alfred Gusenbauer, der unmittelbar nach seinem Rücktritt im Jahr 2008 zu Benko stieß, und andere hochrangige Politiker wie der damalige Wirtschaftsminister Peter Altmaier und der Finanzminister Olaf Scholz, zeigten, wie tief der Graben zwischen dem Volk und denen, die sich als seine Vertreter ausgaben, geworden war. Sie halfen Benko, an Darlehen in Höhe von 680 Millionen Euro aus dem wegen der Lockdowns eingerichteten Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung zu kommen, während Benko selbst die Taschen füllte, indem er die Immobilien vom Warenhauskonzern trennte und über die Immobiliensparte seiner Holding stark überhöhte Mieten verlangte.

In dieser Welt, in der die Wirklichkeit kaum von einer apokalyptischen Fiktion zu unterscheiden ist, steht die Geschichte der Signa Holding als düsteres Mahnmal. Sie ist ein Spiegelbild einer Zeit, in der Macht und Gier die Oberhand gewannen und in der diejenigen, die die Fäden zogen, selten zur Rechenschaft gezogen wurden. In den Trümmern eines einst stolzen Imperiums flüstern die Schatten von einer Welt, in der die Wahrheit seltsamer und erschreckender ist als jede Fiktion.

Handwerk und Chaos

Unser Handwerk ist keine Fiktion oder Täuschung. Unser Ziel ist es, dass diese “Fiktion” in 2030 nicht zum normalen Erscheinungsbild von Deutschland, Österreich und Schweiz gehört. Richtige Arbeit und Einsatz müssen sich lohnen und belohnt werden. Kommen wir wieder in die Gegenwart, damit 2024 und die nächsten Jahre nicht der Auftakt für noch größeres Chaos ist, gibt es ein paar Ansätze, die uns ausrichten, unser eigenes Chaos zu stoppen. Das fängt bei klaren Verträgen an, geht über eine klare Übergabe an den Projektleiter und ein Büro, das einem den Rücken freihält, damit wir nicht dauernd die Feuerwehr und Mädchen für Alles spielen müssen.

Wenn Du Dich angesprochen fühlst und etwas Ändern möchtest, vereinbare jetzt ein kostenloses Erstgespräch wo wir sehen ob und wie wir Dir helfen können Dich aus der permanenten Schusslinie zu bringen und Dein Büro profitabler zu machen. Vielleicht findet sich auch der Ansatz, die richtigen Fachplaner zu finden, die Projekte vernünftig vom Tisch bekommen.

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